Das Clearing bezeichnet bei Börsen den Prozess, durch den Handelsgeschäfte nach ihrem Abschluss verarbeitet und abgesichert werden. Es stellt sicher, dass Käufer und Verkäufer ihre Transaktionen ordnungsgemäß abwickeln können.

Wichtige Aspekte des Clearing-Prozesses:

  1. Abwicklung der Transaktion:
    • Nach einem Kauf oder Verkauf an der Börse übernimmt eine Clearingstelle (z. B. Eurex Clearing AG oder eine ähnliche Institution) die Rolle des Mittlers zwischen den beiden Parteien.
    • Die Clearingstelle sorgt dafür, dass der Käufer die vereinbarte Summe zahlt und der Verkäufer die Wertpapiere liefert.
  2. Risikomanagement:
    • Ein zentraler Bestandteil des Clearings ist die Minimierung des Gegenparteirisikos. Das bedeutet, dass die Clearingstelle das Risiko übernimmt, falls eine der Parteien ihre Verpflichtungen nicht erfüllt.
    • Sicherheiten (sogenannte Margins) werden von den Marktteilnehmern verlangt, um mögliche Verluste abzusichern.
  3. Netting:
    • Die Clearingstelle fasst bei mehreren Geschäften, die zwischen den gleichen Parteien stattfinden, alle Zahlungen oder Lieferungen zusammen und reduziert sie auf den Nettobetrag (Netting), der beglichen werden muss. Das spart Ressourcen und mindert Komplexität.
  4. Lieferung und Zahlung (Settlement):
    • Das Clearing endet mit dem Settlement. Dabei werden Wertpapiere und Gelder tatsächlich zwischen den Parteien ausgetauscht.
    • In der Regel wird dies „Delivery-versus-Payment“ (DvP) genannt, also Lieferung gegen Zahlung.
  5. Clearingstellen:
    • Zentrale Clearingstellen (Central Counterparties, CCPs) spielen eine Schlüsselrolle im Clearingprozess. Sie garantieren die korrekte Abwicklung der Transaktionen und erhöhen somit die Stabilität der Finanzmärkte.

Das Clearing sorgt also dafür, dass der Handel sicher, effizient und reibungslos abläuft. Es ist ein essenzieller Bestandteil des modernen Börsenhandels.